Netzwerk Talentförderung-NRW
Das Netzwerk Talentförderung-NRW setzt neue Impulse für die Musikschulen in NRW. Mit großer Resonanz fand am 21. März 2024 das Auftakttreffen des neu gegründeten Netzwerks Talentförderung-NRW statt, das sich als Ziel gesetzt hat, die Talentförderung an den öffentlichen Musikschulen in NRW zeitgemäßer aufzustellen. Es besteht vorwiegend aus Musikschullehrkräften, Fachbereichs- und Musikschulleitungen und trifft sich ab sofort regelmäßig, um eine landesweite strukturelle Vernetzung zur Talentförderung gemeinsam zu gestalten.
Thema des ersten Netzwerktreffens waren die Einflussmöglichkeiten von Talentförderung auf die NRW-weit dramatische Situation des Fachkräftemangels an Musikschulen. Die Teilnehmenden tauschten sich dazu aus, inwieweit an der eigenen Musikschule Nachwuchsförderung explizit für den eigenen Beruf betrieben wird, welche möglichen Herausforderungen und Hindernisse es hierbei zu überwinden gibt und was beispielsweise auch in der Haltung der Lehrkräfte selbst geschehen müsse, um den „Nachwuchs für unseren eigenen Beruf“ in NRW noch besser zu erkennen und zu fördern. Denn, um eine Teilnehmende zu zitieren: „Ich habe einen tollen Beruf. Weitersagen!“
Das Netzwerk möchte sich künftig u. a. damit beschäftigen, wie die Talentförderung um eine explizite Nachwuchsförderung erweitert, die studienvorbereitende Ausbildung aus ihrem „Dornröschenschlaf“ erweckt und zeitgemäßer gestaltet werden kann und auch, wie Kinder bereits im jungen Alter noch besser gefördert werden können.
Zeitgemäße und nachhaltige Talentförderung fordert neues Denken:
Pädagogische Nachwuchsförderung an Musikschulen in NRW
Am 27. Juni 2024 fand das zweite Netzwerktreffen Talentförderung-NRW statt. In diesem zweiten Treffen mit vielen neuen Teilnehmenden wurde ein wichtiges Thema in den Mittelpunkt gestellt: die explizite pädagogische Nachwuchsförderung an Musikschulen. Diese Neuausrichtung stellt eine bedeutende Erweiterung der bisherigen Talentförderung an Musikschulen dar. Eine solche zeitgemäße und nachhaltige Nachwuchsförderung kann als ein früher wichtiger Schritt zur Entwicklung der Employability zukünftiger Berufsmusiker:innen betrachtet werden.
Gründe für eine pädagogischen Nachwuchsförderung:
Die aktive Förderung pädagogischen Handelns an Musikschulen weckt nicht nur das Interesse an musikpädagogischen Berufen. Sie bietet auch eine praxisnahe und zu der bisher verstärkt künstlerischen Förderung eine gleichwertige Vorbereitung auf musikpädagogische Studiengänge. Durch die gezielte Ansprache und damit Adressierung der viel zu niedrigen Studierendenzahlen in diesen Studiengängen können die Musikschulen selbstwirksam zur Minderung des Fachkräftemangels beitragen. Gleichzeitig erhöht sich durch eine verstärkte Einbindung von Schüler:innen in (begleitete) anleitende Tätigkeiten sowie durch die Implementierung einer gezielt pädagogischen Talentförderung an Musikschulen die Wertschätzung der pädagogischen Aspekte der Arbeit. Dies kann zu einem positiven Selbstverständnis und damit zu einer höheren Arbeitszufriedenheit auf Seiten der Lehrkräfte führen.
Netzwerkarbeit und Gründung von Netzwerk-Teams:
Um diese neuen Perspektiven auf Talentförderung zu vertiefen, haben sich die Teilnehmenden intensiv mit den folgenden drei Schwerpunktbereichen befasst.
Es wurden Grundvoraussetzungen pädagogischer Talentförderung hinterfragt: Was verstehen wir unter pädagogischer Talentförderung und welche Kompetenzen und Haltungen benötigen sowohl Schüler:innen als auch Lehrkräfte?
Der zweite Schwerpunkt lag in der Auseinandersetzung mit bereits bestehenden Strukturen, möglichen Kooperationspartnern oder auch der Frage nach vorhandenen Finanzierungsmöglichkeiten die genutzt und einbezogen werden können, um die pädagogische Nachwuchsförderung zu unterstützen.
Im dritten Themenbereich befasste man sich mit dem Thema Kommunikation. Hier tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus wie Schüler:innen, Lehrkräfte, Eltern und die Öffentlichkeit sinnvoll informiert werden können.
Für die weitere Arbeit an den Schwerpunkten werden kleinere Netzwerk-Teams gegründet, die sich weiter mit den bearbeiteten Fragestellungen beschäftigen und die bereits erarbeiteten Ansätze vertiefen werden.